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Die Wandlung des Geistes der Zeiten zum Zeitgeist

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Die Wandlung des Geistes der Zeiten zum Zeitgeist

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Die Wandlung des Geistes der Zeiten zum Zeitgeist
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Die Wandlung des Geistes der Zeiten zum Zeitgeist




Die Redewendung vom »Geist der Zeit«, die in den 40er Jahren zur Parole des Fortschritts wurde, hatte ursprünglich keinen Bezug auf die eigene Zeit und ihre prätendierte Geschichtlichkeit. In Goethes Faust ist der »Geist der Zeiten« nur auf die alten Zeiten bezogen, mit der skeptischen Wendung, daß es der Herren (Historiker) eigener Geist sei, in dem die Zeiten sich bespiegeln. Aus derselben Epoche wie Goethes Entwurf zum Faust stammt Herders Aufsatz über Shakespeare, und hier wird Goethe am Schluß als der Freund genannt, der den Auftrag habe, den Genius Shakespeares, dessen Welt schon vergangen sei, in unsere Sprache und den gegenwärtigen Geist zu übersetzen. Wie jeder große Mann »im großen Sinne seiner Zeit« philosophiere, so müsse auch jedes Volk sich sein Drama aufs neue nach seiner Geschichte, »nach Zeitgeist, Sitte, Meinungen, Sprache« erfinden und nicht das Vergangene nachahmen. Im Gegensatz also zu einer abgestorbenen Tradition beruft sich Herder auf den je eigentümlichen Geist der Zeit, der Sprache oder des Volkes. Denn der »Boden der Zeit« könne nicht jederzeit dasselbe hervorbringen. Wenn aber ein großer Mensch zu einer »glücklich oder unglücklich veränderten Zeit« eine dramatische Schöpfung hervorbrächte, die auf ihre Weise ebenso groß und ursprünglich wäre wie die des Sophokles oder Shakespeare, dann wäre trotz der Veränderungen der Zeit dennoch dasselbe erreicht: eine Darstellung oder »Historia« aus dem großen Buch der Weltbegebenheiten. Auf die eigene Zeit bezieht sich also der Geist der Zeit, sofern er das eigentümliche Recht der Gegenwart gegenüber einer nicht mehr wirksamen Überlieferung meint. Er ist aber kein an ihm selber zeitlicher Geist, sondern - in Analogie zum Geist des Volkes oder der Sprache - immer ein und derselbe Geist der »Sphäre der Menschheit«, die in verschiedenen Zeiten und bei verschiedenen Völkern auf je eigenartige Weise erscheint. Erst die Französische Revolution hat durch die Zerstörung der Tradition auf das Bewußtsein der Zeitgenossen die historisierende Wirkung gehabt, daß sich von da ab die gegenwärtige Zeit, im Gegensatz zur ganzen »bisherigen«, nun ausdrücklich zeitgeschichtlich und im Blick 222 auf die Zukunft begreift. Auch dafür, daß der Geist der Zeit problematisch wird, ist Herder eine vorzügliche Quelle. In der 1. und 2. Sammlung der »Briefe zur Beförderung der Humanität« (1793) wird der Geist der Zeit zu einem reflektierten Bewußtsein gebracht. Diese Reflexion auf den Geist der Zeit setzt bezeichnenderweise ein mit einer Kritik der Zeit, d. h. mit einer kritischen Unterscheidung der eigenen, neuen Zeit von allen älteren, die ihr vorangingen. »Wie kommt es, ... daß unsere Poesie, verglichen mit der Poesie älterer Zeiten, an öffentlichen Sachen so wenig teilnimmt? ... Ist diese Muse jetzt entschlafen? oder hat sie ... etwas anderes zu schaffen, daß sie, vom Geiste der Zeit nicht erweckt, das Geräusch um sich her nicht hört?« 616 Darum will Herder beachten, was uns »der göttliche Bote, die Zeit«, darbringt, und nach dem Vorbild des Horaz, der in einer noch kritischeren Zeit gelebt habe, »die Blüte der Zeit« brechen. Die Poesie dürfe zwar nicht allzu nahe teilnehmen wollen an den »Händeln der Zeit«, denn in kurzem sei die »Situation der Zeit« vorbei; aber als eine »Stimme der Zeit« folgte sie doch dem Geist der Zeit617 und oft wehe in ihr sogar ein »prophetischer Geist der Zeiten«. - Unsere Bücher- und Zeitschriftentitel wie »Die geistige Situation der Zeit«, »Stimmen der Zeit«, »Zeitwende«, »Zwischen den Zeiten« usw. haben ihren historischen Ursprung in dem bestimmten Zeitbewußtsein, das die Französische Revolution hervorgebracht hat: erst seitdem beruft man sich in letzter Instanz auf die Zeit. Aber was ist dieser so viel berufene und beredete Geist der Zeit? »Ist er ein Genius, ein Dämon? . .. oder gar ein Lufthauch der Mode, ein Schall der Äolsharfe? Man hält ihn für eins und das andere. Woher kommt er? wohin will er? wo ist sein Regiment? wo seine Macht und Gewalt? Muß er herrschen? muß er dienen? kann man ihn lenken? Hat man Schriften darüber? Wie lernt man ihn aus der Erfahrung kennen? Ist er der Genius der Humanität selbst? oder dessen Freund, Vorbote, Diener?«618 Er geht durch alle Geister hindurch, jedermann untersteht ihm handelnd wie leidend, er vermag alles, er sieht alles - gleich der Weisheit im biblischen Buche der Weisheit (7, 22). Aber erst die Reformation, die Wissenschaften und Künste haben ihn frei gemacht, und die Buchdruckerkunst hat ihm Flügel gegeben. Seine Mutter ist die »selbstdenkende Philosophie« und sein Vater der mühsame »Versuch«. Er ist das Ganze der geschichtlichen Folgen, er ist sehr alt und zugleich immer neu. »Er hat aus den vorigen Zeiten gesammelt, sammelt aus den jetzigen und dringt in die folgenden Zeiten. Seine Macht ist groß, aber unsichtbar; der Verständige bemerkt und 223 nutzt sie; dem Unweisen wird sie, meistens zu spät, nur in erfolgten Wirkungen glaubhaft.«819 Als Geist der Geschichte herrscht und dient er den Menschen zugleich, aber seine eigentlichen Lenker sind nicht die Vielen, sondern die Wenigen, die viel wagen und leiden. Die flüchtige Mode der Zeit ist seine unechte Schwester, mit der er zuweilen einen lehrreichen Umgang hat. Am besten lernt man ihn aus der eigenen Erfahrung und aus Geschichten kennen, die im Geist ihrer Zeiten geschrieben sind. Er ist nicht zuletzt als der Geist unserer Zeit ein Vorbote der Humanität, und Briefe zur Beförderung der Humanität waren ja überhaupt der Anlaß zu Herders Reflexion auf die Zeit. Als unser Zeitgeist ist der Geist der Zeit der »Gemeingeist« des »aufgeklärten oder sich aufklärenden« Europa, der gegenwärtige und zukunftsvolle »europäische Weltgeist«. Als Geist...


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