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Paläolithische Kunst.

Publié le 20/06/2013

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Paläolithische Kunst. 1 EINLEITUNG Paläolithische Kunst, während der Altsteinzeit hergestellte Kunst, die 300 000 bis 10 000 Jahre alt ist. Zu ihr gehören mobile (bewegliche) Objekte wie Figuren oder Schmuck sowie Höhlenkunst in Form von Malereien, Gravierungen und Skulpturen. Am reichsten findet sich Steinzeitkunst in Westeuropa. Diese wird im Folgenden beschrieben. 2 ENTDECKUNG Um 1860 wurden in Höhlen und unter Felsvorsprüngen in Südfrankreich steinzeitliche Schmuckobjekte aus Knochen gefunden. Einige stellten Tierarten dar, die ausgerottet oder im Gebiet schon längst nicht mehr ansässig waren (wie das Mammut und das Rentier). Dennoch taten sich zahlreiche Forscher schwer, das Vorhandensein von Steinzeitkunst zu akzeptieren. 1880 entdeckte man in der spanischen Höhle von Altamira Steinzeitkunst, doch wurde auch diese von vielen Wissenschaftlern nicht als solche anerkannt. Erst Funde in der Höhle von La Mouthe (Dordogne) führten zu einer allmählichen Akzeptanz. In La Mouthe wurden 1895 Ritzbilder freigelegt. Paläolithische Ablagerungen im Geröll bewiesen, dass es sich um prähistorische Bilder handeln musste. 1901 wurden weitere Gravierungen in der Höhle von Les Combarelles (Dordogne) und Wandgemälde nahe Font de Gaume entdeckt. 3 FUNDORTE Kleinere Steinzeitobjekte wurden von Spanien über Nordafrika bis Sibirien gefunden. Überaus ertragreich waren Gebiete in West-, Mittel- und Osteuropa, darunter auch solche in Deutschland. Höhlenmalereien finden sich etwa in Portugal, Südspanien, Italien, Rumänien, Russland und Nordfrankreich. Besonders eindrucksvoll ist die Höhle von Périgord sowie einige in den französischen Pyrenäen und im spanischen Kantabrien. Bis heute gibt es insgesamt 280 Fundstätten. In Lascaux oder Les Trois Frères in Frankreich sind Hunderte von steinzeitlichen Zeichnungen zu sehen. Inzwischen weiß man, dass Steinzeitkünstler auch frei stehende Steine bemalten. Ein Teil dieser Felsenritzungen hat sich in Spanien, Portugal und den französischen Pyrenäen erhalten. Auch in Deutschland hat es wahrscheinlich altsteinzeitliche Höhlenmalereien gegeben, doch konnten bisher keine eindeutig datiert werden. 1998 fanden Archäologen hier erstmals das handtellergroße Fragment einer vermutlich größeren Wandmalerei. Das Fundstück, ein mit roten Punkten bemalter Kalkstein, stammt aus dem so genannten Hohlen Fels bei Schelklingen (Alb-Donau-Kreis). 4 DATIERUNG Pigmentproben zeigen, dass die Steinzeitkünstler für ihre Farbe oftmals Holzkohle verwendeten. Die Radiokohlenstoffdatierung (siehe Datierungsmethoden) ergab, dass die Höhlenmalereien in einem lang andauernden Prozess zustandekamen. Das älteste bekannte, vollständig erhaltene Beispiel plastischer paläolithischer Kunst stammt aus der Kulturperiode des Aurignacien und ist etwa 35 000 Jahre alt. Dabei handelt es sich um ein knapp vier Zentimeter großes, aus Mammutelfenbein geschnitztes, äußerst realistisch gestaltetes Mammut. Die Figur wurde 2006 in der Vogelherdhöhle auf der Schwäbischen Alb in Südwestdeutschland gefunden; außerdem wurden dort seit der ersten Untersuchung 1931 zahlreiche Fragmente von Tierfiguren aus Elfenbein und Stein ausgegraben, die ebenfalls alle ins Aurignacien datiert wurden. Die ältesten bekannten Höhlenmalereien befinden sich in der 1994 entdeckten Höhle von Chauvet im Tal der Ardèche (Frankreich): Mittels Radiokarbonmethode wurden sie auf ein Alter von etwa 30 000 bis 33 000 Jahren datiert. Früheste dekorative Elemente sind Ritzungen in Knochen, die bei Bilzingsleben im Bezirk Halle gefunden wurden und etwa 300 000 Jahre alt sind. Schädelfragmente aus derselben Fundstelle stammen vom Homo erectus. 5 VERFAHREN UND MATERIAL Für mobile Kunstgegenstände wurden zahlreiche Materialien verwendet. So hat man etwa Zähne, Muscheln, Geweihe oder Knochen gefunden, welche mit Gravuren versehen oder durchbohrt wurden, um etwa als Anhänger zu fungieren. Manche Fundstätten enthielten Steine mit eingeritzten Zeichnungen als Plaketten. In Böhmen und einigen anderen Regionen haben sich Terrakottamodelle mit Menschen- und Tierdarstellungen erhalten. Eine weit größere Anzahl jedoch besteht aus Elfenbein oder weichem Stein. Elfenbein diente außerdem zur Herstellung von Perlen und Armreifen. In der Höhlenkunst wurden oft die natürlichen Konturen des Felsgesteins und die Gestalt von Tropfsteinformationen in die Komposition miteinzubezogen. Die einfachste Art der Höhlenkunst waren Hand- und Fingerabdrücke in einer weichen, auf dem Gestein befindlichen Lehmschicht. In manchen Höhlen bilden Fingerlinien erkennbare Figuren. Lehmarbeiten in den Pyrenäen reichen von Handabdrücken in Höhlengängen bis hin zu modellierten Darstellungen im Basrelief auf künstlich angelegten Lehmschichten. Die berühmten Bisons von Le Tuc d'Audoubert sind ein Hochrelief. Lehmdarstellungen wurden nur in den dunklen Tiefen von Höhlen gefunden, während Skulpturen immer in den Unterschlüpfen unter Felsvorsprüngen oder in den helleren Eingangsbereichen der Höhlen standen. Parietale (wandständige) Skulpturen in Flach- und Hochrelief wurden lediglich in Frankreich entdeckt, wo der weiche Stein geschnitzt werden konnte. Beinahe alle Wandskulpturen weisen Spuren roter Farbe auf: Sie waren also ursprünglich bemalt, ebenso wie ein großer Teil der mobilen Kunst. Die rote Farbe der Steinzeitkünstler bestand aus Eisenoxid (Hämatit oder Eisenocker, Roteisenstein), während die schwarze Färbung vieler Höhlenobjekte von Mangan oder Holzkohle herstammt. Farbanalysen etwa in den Pyrenäenhöhlen von Niaux haben ergeben, dass die Farbe, um sie zu verlängern, mit Talk oder Feldspat vermengt worden war. Dabei dienten tierische und pflanzliche Fette als Bindemittel. Hin und wieder trugen die Steinzeitkünstler die Farbe mit Fingern auf die Höhlenwände auf. Für gewöhnlich jedoch wurden Werkzeuge benutzt, die sich nicht erhalten haben. Experimente zeigen, dass vermutlich Tierhaarpinsel oder an der Spitze aufgefaserte Zweige verwendet wurden. Farbklumpen, die auf Höhlenböden lagen, könnten als eine Art Kreide verwendet worden sein. Da sie auf dem Fels nur undeutliche Spuren hinterlassen, waren sie für die Hauptarbeit allerdings ungeeignet. Für Handumrisse, die durch das Auflegen der flachen Hand auf die Höhlenwand entstanden, wurde die Farbe offenbar aufgesprüht, vielleicht mit dem Mund oder durch eine Röhre. Gleiches gilt für einige Ornamente und Figuren. Darstellungen finden sich auch an den Höhlendecken. Einige dieser Decken (etwa die im spanischen Altamira) sind leicht erreichbar; andernorts war eine Leiter oder ein Gerüst erforderlich. In Lascaux deuten Sockel in den Wänden auf die Konstruktionsweise solcher Gerüste hin. In den tieferen Teilen der Höhle war offenbar tragbare Beleuchtung notwendig, um künstlerische Arbeiten fertigen zu können. Da nur wenige Dutzend Steinlampen gefunden wurden, scheint es wahrscheinlich, dass zumeist Fackeln als Lichtquelle dienten. Rußspuren an Höhlenwänden sind ein zusätzliches Indiz hierfür. Höhlenmalereien sind von sehr unterschiedlicher Größe, ebenso wie die dargestellten Figuren. Einige haben eine Länge von über zwei Metern. Eine Bullendarstellung in Lascaux gar erstreckt sich über fünf Meter. Grundlinien und Landschaften kennt die Steinzeitkunst nicht. 6 THEMEN Steinzeitkunst lässt sich in eine Gruppe mit gegenständlichen (Menschen, Tiere) und eine mit ungegenständlichen Motiven gliedern (Ornamente, Zeichen). Fast alle dargestellten Tiere sind ausgewachsen und werden in der Seitenansicht abgebildet. Zumeist sind sie eindeutig identifizierbar. Einige wenige jedoch sind der Phantasie des Künstlers entsprungen, so etwa das so genannte Einhorn von Lascaux. Figurenkonstellationen auf Höhlenmalereien deuten auf eine szenische Komposition der Darstellung hin. Doch ist dies nicht sicher, da oftmals die Figuren wie absichtslos nebeneinanderstehen. Die in der Steinzeitkunst dargestellten Tiere sind zumeist Pferde oder Bisons, hin und wieder auch Mammuts oder Hirsche. Raubtiere sind selten; Fische und Vögel kommen in der mobilen Kunst weitaus öfter vor als in der Höhlenkunst. Von Insekten- und Pflanzendarstellungen gibt es nur wenige Beispiele, und zwar fast nur in der mobilen Kunst. Menschenbildnisse sind in der Höhlenmalerei recht selten: Hier herrschen Handabdrücke vor. In der mobilen Kunst hingegen sind Menschendarstellungen zu finden. Das bekannteste Beispiel ist die so genannte Venus von Willendorf, eine kleine Statuette, wahrscheinlich ein Fruchtbarkeitssymbol. In der Steinzeitkunst sind Zeichen bzw. Ornamente häufiger als figürliche Darstellungen. Sie reichen von Punkten über einzelne Linien bis hin zu komplexen Mustern. Sowohl in der Höhlenmalerei als auch bei Schmuck- und Alltagsgegenständen tauchen sie auf. Hin und wieder sind sie eng mit figurativen Bildern verbunden. Bei den komplexen Ornamenten handelte es sich vielleicht um Symbole, die Steinzeitgruppen identifizierten. 7 DIE BEDEUTUNG DER HÖHLENMALEREIEN Offenbar waren die Höhlenmalereien der Steinzeitkünstler mehr als nur dekorativ. So sind die Bildnisse, die nur eine begrenzte Anzahl der Tiere aus der Erfahrungswelt des Steinzeitkünstlers darstellen, oft an schwer zugänglichen Orten innerhalb der Höhlen ausgeführt. Hin und wieder gar wurden offensichtlich unbewohnte Höhlen mit Malereien versehen. Vermutlich war die Steinzeitkunst Medium einer magischen Praxis, mit der der Steinzeitmensch versuchte, mit Hilfe ,,der Abbildung Gewalt über das Abgebildete zu gewinnen" (Arnold Hauser), Herr seiner Umwelt zu werden. Interessanterweise stammen die in ausgemalten Höhlen gefundenen Knochen nicht von jenen Tieren, deren Jagd des Öfteren auf den Zeichnungen geschildert wird. Das deutet darauf hin, dass es in der kultischen Höhlenmalerei kaum darum ging, die reale Lebenswelt der Steinzeitmenschen abzubilden. Gegen die These, Höhlenmalereien seien Bestandteil eines Fruchtbarkeitsritus gewesen, spricht die Tatsache, dass die Darstellung von Genitalien nur eine untergeordnete Rolle spielt. In der gesamten paläolithischen Ikonographie gibt es kein eindeutiges Beispiel für die Darstellung eines Geschlechtsaktes. In den fünfziger Jahren entdeckten die französischen Paläontologen Annette Laming-Emperaire und André Leroi-Gourhan strukturelle Ähnlichkeiten in der Komposition von Höhlenmalereien. Die Dominanz von Pferden und Büffeln in den Bildzentren führte die Forscher zu dem Schluss, dass mit den Tieren eine sexuelle Dualität veranschaulicht werden solle. Daraufhin teilten sie auch die Symbole in männliche (phallische) und weibliche ein. Microsoft ® Encarta ® 2009. © 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten.

« Steinzeitkunst lässt sich in eine Gruppe mit gegenständlichen (Menschen, Tiere) und eine mit ungegenständlichen Motiven gliedern (Ornamente, Zeichen). Fast alledargestellten Tiere sind ausgewachsen und werden in der Seitenansicht abgebildet. Zumeist sind sie eindeutig identifizierbar. Einige wenige jedoch sind der Phantasie desKünstlers entsprungen, so etwa das so genannte Einhorn von Lascaux. Figurenkonstellationen auf Höhlenmalereien deuten auf eine szenische Komposition der Darstellung hin. Doch ist dies nicht sicher, da oftmals die Figuren wie absichtslos nebeneinanderstehen. Die in der Steinzeitkunst dargestellten Tiere sind zumeist Pferde oder Bisons, hin und wieder auch Mammuts oder Hirsche. Raubtiere sind selten; Fische und Vögel kommenin der mobilen Kunst weitaus öfter vor als in der Höhlenkunst. Von Insekten- und Pflanzendarstellungen gibt es nur wenige Beispiele, und zwar fast nur in der mobilenKunst. Menschenbildnisse sind in der Höhlenmalerei recht selten: Hier herrschen Handabdrücke vor. In der mobilen Kunst hingegen sind Menschendarstellungen zu finden.Das bekannteste Beispiel ist die so genannte Venus von Willendorf, eine kleine Statuette, wahrscheinlich ein Fruchtbarkeitssymbol. In der Steinzeitkunst sind Zeichen bzw. Ornamente häufiger als figürliche Darstellungen. Sie reichen von Punkten über einzelne Linien bis hin zu komplexen Mustern.Sowohl in der Höhlenmalerei als auch bei Schmuck- und Alltagsgegenständen tauchen sie auf. Hin und wieder sind sie eng mit figurativen Bildern verbunden. Bei denkomplexen Ornamenten handelte es sich vielleicht um Symbole, die Steinzeitgruppen identifizierten. 7 DIE BEDEUTUNG DER HÖHLENMALEREIEN Offenbar waren die Höhlenmalereien der Steinzeitkünstler mehr als nur dekorativ. So sind die Bildnisse, die nur eine begrenzte Anzahl der Tiere aus der Erfahrungswelt desSteinzeitkünstlers darstellen, oft an schwer zugänglichen Orten innerhalb der Höhlen ausgeführt. Hin und wieder gar wurden offensichtlich unbewohnte Höhlen mit Malereienversehen. Vermutlich war die Steinzeitkunst Medium einer magischen Praxis, mit der der Steinzeitmensch versuchte, mit Hilfe „der Abbildung Gewalt über das Abgebildetezu gewinnen” (Arnold Hauser), Herr seiner Umwelt zu werden. Interessanterweise stammen die in ausgemalten Höhlen gefundenen Knochen nicht von jenen Tieren, derenJagd des Öfteren auf den Zeichnungen geschildert wird. Das deutet darauf hin, dass es in der kultischen Höhlenmalerei kaum darum ging, die reale Lebenswelt derSteinzeitmenschen abzubilden. Gegen die These, Höhlenmalereien seien Bestandteil eines Fruchtbarkeitsritus gewesen, spricht die Tatsache, dass die Darstellung von Genitalien nur eine untergeordneteRolle spielt. In der gesamten paläolithischen Ikonographie gibt es kein eindeutiges Beispiel für die Darstellung eines Geschlechtsaktes. In den fünfziger Jahren entdeckten die französischen Paläontologen Annette Laming-Emperaire und André Leroi-Gourhan strukturelle Ähnlichkeiten in der Komposition vonHöhlenmalereien. Die Dominanz von Pferden und Büffeln in den Bildzentren führte die Forscher zu dem Schluss, dass mit den Tieren eine sexuelle Dualität veranschaulichtwerden solle. Daraufhin teilten sie auch die Symbole in männliche (phallische) und weibliche ein. Microsoft ® Encarta ® 2009. © 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. »

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