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Giuseppe Verdi - Musik.

Publié le 19/06/2013

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Giuseppe Verdi - Musik. 1 EINLEITUNG Giuseppe Verdi (1813-1901), italienischer Komponist. Seine künstlerisch hochrangigen Bühnenwerke zählen zu den bedeutendsten in der Geschichte der Oper. 2 JUGENDZEIT Verdi wurde am 10. Oktober 1813 in Le Roncole (heute zu Busseto gehörig) im damals französisch besetzten Herzogtum Parma geboren und stammte aus einfachen Verhältnissen. Er war zunächst Schüler des Organisten im nahe gelegenen Busseto, den er bereits ab 1822 an der Orgel vertrat. Ab 1825 nahm Verdi Kontrapunkt- und Kompositionsunterricht bei Ferdinando Provesi, dem Musikdirektor in Busseto. Ab 1828 sind erste Kompositionen belegt. 1829 wurde der gerade 16-jährige Verdi bereits Assistent von Provesi, ehe ihm die Stadt Busseto 1832 ein vierjähriges Stipendium bewilligte. Doch als er sich um die Aufnahme am Mailänder Konservatorium bewarb, wurde er dort abgewiesen. Die Unterstützung eines Mäzens, des Kaufmanns Antonio Barezzi, ermöglichte es ihm, Privatunterricht beim Mailänder Komponisten Vincenzo Lavigna zu nehmen (bis 1835). 1836 erhielt Verdi die Stelle des Musikdirektors in Busseto und heiratete Barezzis Tochter Margherita. 3 FRÜHWERK Mit 25 Jahren ging Verdi 1838 erneut nach Mailand. Dort wurde seine erste Oper Oberto (Libretto von Antonio Piazza und Temistocle Solera) an der Scala 1839 mit mäßigem Erfolg aufgeführt, brachte Verdi aber immerhin einen Vertrag für drei weitere Opernkompositionen ein. Sein nächstes Werk, die komische Oper Un giorno di regno (1840; König für einen Tag, Libretto von Felice Romani nach Alexandre Pineux-Duval), erwies sich jedoch als Fehlschlag. Der Komponist geriet in eine tiefe Krise, die durch den Tod seiner beiden Kinder und seiner Frau verschärft wurde, und er spielte mit dem Gedanken, das Komponieren ganz aufzugeben. Nach über einem Jahr gelang es jedoch dem Direktor der Mailänder Scala, ihn zu einem neuen Werk zu überreden: Nabucco (1842, nach dem Libretto Nabucodonosor von Temistocle Solera). Das Werk erwies sich als Sensationserfolg, der Verdi auch erstmals außerhalb Norditaliens bekannt machte; bereits 1843 wurde die Oper in Wien, 1844 in Stuttgart (in deutscher Sprache) aufgeführt. Sie handelt von der babylonischen Gefangenschaft der Juden, und die italienische Öffentlichkeit deutete sie als Metapher für den Freiheitskampf gegen die österreichische Vorherrschaft in Norditalien. Der berühmte Gefangenenchor ,,Va, pensiero, sull' ali dorate" gilt bis heute als heimliche Nationalhymne Italiens. Die in rascher Folge komponierten Opern I Lombardi alla primo crociata (1843; Die Lombarden auf dem ersten Kreuzzug, Libretto Temistocle Solera) und Ernani (1844; Libretto Francesco Maria Piave nach Victor Hugo) wurden zu großen Erfolgen und verbreiteten Verdis Ruhm weiter. Von den nächsten elf Opern, die in den folgenden Jahren entstanden (Verdi sprach später von seinen ,,Galeerenjahren"), gelangten jedoch nur Macbeth (1847; Libretto Francesco Maria Piave nach William Shakespeare) und Luisa Miller (1849; Luise Miller; Libretto Salvadore Cammarano nach Friedrich Schiller) in das Standardrepertoire der Opernhäuser. 4 PARISER JAHRE UND INTERNATIONALE TRIUMPHE 1847 übersiedelte Verdi zusammen mit der Sängerin Giuseppina Strepponi nach Paris und erlebte dort die Februarrevolution von 1848, ehe er 1849 mit seiner Lebensgefährtin nach Busseto zurückkehrte. Unter anderem auch durch die umjubelte Uraufführung seiner Oper La battaglia di Legnano (1849; Die Schlacht von Legnano, Libretto Salvadore Cammarano nach François Joseph Méry) in Rom - sie fand unmittelbar vor dem Einmarsch Giuseppe Garibaldis in die Stadt Rom statt - war Verdi zu einer Symbolfigur der italienischen Einigung geworden. Trotz seiner Berühmtheit musste der Komponist stets mit den Theaterapparaten um die Durchsetzung seiner Vorstellungen kämpfen; die Entstehung seiner Opern wurde häufig von Zensurproblemen und heftigen Auseinandersetzungen mit Librettisten und Intendanten begleitet. Verdi gelang es jedoch meistens, sich zu behaupten. Seine drei folgenden Werke Rigoletto (1851, Francesco Maria Piave nach Victor Hugo), Il Trovatore (1853; Der Troubadour, Libretto Salvadore Cammarano nach Antonio García Gutiérrez) und La Traviata (1853, Libretto Francesco Maria Piave nach Alexandre Dumas) gelangten zu internationalem Ruhm und gehören noch immer zu den beliebtesten Opern überhaupt. Im Gegensatz zu Rigoletto und Il Trovatore erlebte Verdi bei der Uraufführung von La Traviata jedoch zunächst ein Fiasko - zu stark wich dieses Werk mit einer Prostituierten als Hauptfigur von den Erwartungen des Publikums ab; zudem verstießen die Inszenierung und die Sängerbesetzung der Uraufführung gegen die ausdrücklichen Wünsche des Komponisten. In einer Neufassung von 1854 erlebte diese Oper dann jedoch ihren triumphalen Erfolg, den sie bis heute fortsetzen konnte. 5 MITTLERE PERIODE Die Jahre 1853 bis 1855 verbrachten Verdi und Strepponi erneut in Paris. Verdi setzte sich dort mit dem vorherrschenden Opernmodell jener Zeit auseinander, der französischen Grand opéra im Stile Giacomo Meyerbeers, Jacques Fromental Halévys oder Daniel Aubers. Die kreative Erschütterung durch diese konkurrierende Opernform führte zu einer Erweiterung und Vertiefung des dramatischem Stils, was sich erstmals in Les Vêpres Siciliennes (1855; Die sizilianische Vesper) auf einen Text von Eugène Scribe zeigt, dem Hauptlibrettisten der Grand opéra. Nach der Rückkehr nach Italien entstanden die Opern Simon Boccanegra (1857, Libretto Francesco Maria Piave nach Antonio García Gutiérrez, Neufassung 1881, Libretto Arrigo Boito), Un ballo in maschera (1859; Ein Maskenball, Libretto Antonio Somma nach Eugène Scribe), La forza del destino (1862; Die Macht des Schicksals, Libretto Francesco Maria Piave nach Ángel de Saavedra y Ramírez de Baquedano) und, erneut in Auseinandersetzung mit der französischen Grand opéra, das große Lebenswerk Don Carlos nach Schiller (1867, Libretto François Joseph Méry/Camille Du Locle, wesentlich veränderte italienische Neufassungen Don Carlo 1884 und 1886). In diesen Werken zeigt sich Verdis Meisterschaft in der musikalischen Ausformung der Charaktere und eine stärkere Betonung der Rolle des Orchesters als in seinen früheren Werken; dennoch gefährdet das Orchester nie das Primat der Singstimme. 1859 heiratete Verdi Giuseppina Strepponi. Im selben Jahr wurde er, dessen Name inzwischen zum politischen Schlachtruf geworden war (,,Viva V.E.R.D.I" als Abkürzung von ,,Viva Victor Emmanuele, Re d'Italia"), zum Abgeordneten ins Parlament der Provinz Parma gewählt: Der Komponist gehörte in den Jahren von 1861 bis 1865 dem ersten italienischen Parlament in Turin an. 1874 wurde er zum Senator des neuen Königreichs Italien ernannt. Am Ende von Verdis mittlerer Schaffensphase steht seine wohl berühmteste Oper Aida (1871, Libretto Antonio Ghislanzoni). Sie wurde vom Khediven von Ägypten zur Feier der Eröffnung des Suezkanals in Auftrag gegeben; die Uraufführung fand in der ganzen Welt große Beachtung. Zwei Jahre später komponierte er sein bedeutendstes Werk außerhalb des Opernschaffens, die Messa da Requiem (1874), zum Gedenken an den italienischen Schriftsteller und Freund Alessandro Manzoni (eine Fassung des Libera me hatte Verdi bereits für das Begräbnis des 1868 verstorben Gioacchino Rossini geschrieben). Darüber hinaus schrieb Verdi einige weitere Kompositionen unabhängig von seinen Bühnenwerken, wie die dramatische Kantate Inno delle nazioni (1862; Hymnus der Nationen) sowie sein einziges Streichquartett e-Moll (1873). 6 SPÄTWERK Im Alter von über 70 Jahren veränderte Verdi seinen Stil noch einmal tief greifend und schrieb seine vielleicht kunstvollsten Opern: Otello (1887) komponierte er auf ein Libretto von Arrigo Boito nach Shakespeares Tragödie Othello. Darauf folgte Verdis letzte Oper Falstaff (1893), deren Libretto ebenfalls von Boito nach Shakespeares Vorlage geschrieben worden war und die als eine der bedeutendsten komischen Opern überhaupt gilt. Ihre Uraufführung wurde zu einem der glanzvollsten Ereignisse der italienischen Operngeschichte. In den neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts komponierte Verdi bevorzugt geistliche Musik wie die Quattro pezzi sacri (1897/98; Teiluraufführung in Turin 1898 unter Leitung von Arturo Toscanini) mit Te Deum und Stabat mater. Aus den Tantiemen seiner Werke ließ er ein Krankenhaus in Villanova d'arda sowie ein Altersheim für Musiker, die Casa di riposo in Mailand, errichten. Der Komponist starb am 27. Januar 1901 in Mailand. Verdis Opernschaffen, das an seine Vorgänger Gioacchino Rossini, Mercadente, Gaetano Donizetti und Vincenzo Bellini anknüpfte, zeichnet sich durch melodischen und rhythmischen Reichtum, Klarheit der Form, dramaturgische Vollendung, Gefühlsintensität und realistisch psychologisierende Charakterisierungen aus. Verdi verwandelte die ältere italienische Oper, das melodramma von der Art Rossinis, in ein geschlossenes musiktheatralisches Gesamtkunstwerk. 7 WIRKUNGSGESCHICHTE Während sich Verdi in Italien relativ schnell als einer der führenden Opernkomponisten etablieren konnte und dann sogar zum Inbegriff einer national-italienischen Kunst wurde, wurde sein künstlerischer Rang in Deutschland lange Zeit unterschätzt. Den Anhängern des Wagner'schen Musikdramas galt er zu Unrecht als Repräsentant einer überholten Konzeption von Oper und als Komponist trivialer ,,Leierkastenmusik" (Hans Pfitzner). Erst in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts kam es in Deutschland zu einer Verdi-Renaissance, die zum einen durch exemplarische Aufführungen (etwa unter dem Dirigenten Fritz Busch in Dresden), zum anderen auch durch literarische Texte gefördert wurde (z. B. durch Franz Werfels Verdi. Roman einer Oper oder Thomas Manns Zauberberg, beide 1924). In Italien dagegen zeigte sich um diese Zeit ein Abrücken von Verdi, der den neuen Strömungen des Futurismus und des Neoklassizismus gleichermaßen verdächtig wurde als Verkörperung einer veralteten bürgerlichen Kunst, die die echten Traditionen des italienischen melodramma verraten habe. Im Gegensatz zu diesen avantgardistischen Strömungen versuchten die italienischen Faschisten dann, ihn für ihre Zwecke zu funktionalisieren; doch auch der italienische Widerstand bezog sich auf Verdi. In der Nachkriegszeit wurde er einerseits in die heftige Kritik an der angeblich musealen Kunstform Oper einbezogen; andererseits bekannten sich immer wieder große Komponisten zum Vorbildcharakter seiner realistischen Musik, u. a. Dmitrij Schostakowitsch, Benjamin Britten, Hans Werner Henze oder Luciano Berio. Sie gewannen oder präzisierten ihren ästhetischen Standpunkt in der Auseinandersetzung mit Verdi und dachten zugleich sein Schaffen produktiv weiter. Der Beliebtheit Verdis beim Publikum taten die Auseinandersetzungen um ihn jedoch nie einen Abbruch: Seine Opern zählen bis heute zu den weltweit meistaufgeführten Werken. Verfasst von: Krämer, Jörg und Theilacker, Jörg Microsoft ® Encarta ® 2009. © 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten.
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« d’arda sowie ein Altersheim für Musiker, die Casa di riposo in Mailand, errichten.

Der Komponist starb am 27.

Januar 1901 in Mailand. Verdis Opernschaffen, das an seine Vorgänger Gioacchino Rossini, Mercadente, Gaetano Donizetti und Vincenzo Bellini anknüpfte, zeichnet sich durch melodischen undrhythmischen Reichtum, Klarheit der Form, dramaturgische Vollendung, Gefühlsintensität und realistisch psychologisierende Charakterisierungen aus.

Verdi verwandelte dieältere italienische Oper, das melodramma von der Art Rossinis, in ein geschlossenes musiktheatralisches Gesamtkunstwerk. 7 WIRKUNGSGESCHICHTE Während sich Verdi in Italien relativ schnell als einer der führenden Opernkomponisten etablieren konnte und dann sogar zum Inbegriff einer national-italienischen Kunstwurde, wurde sein künstlerischer Rang in Deutschland lange Zeit unterschätzt.

Den Anhängern des Wagner’schen Musikdramas galt er zu Unrecht als Repräsentant einerüberholten Konzeption von Oper und als Komponist trivialer „Leierkastenmusik” (Hans Pfitzner).

Erst in den zwanziger Jahren des 20.

Jahrhunderts kam es in Deutschlandzu einer Verdi-Renaissance, die zum einen durch exemplarische Aufführungen (etwa unter dem Dirigenten Fritz Busch in Dresden), zum anderen auch durch literarischeTexte gefördert wurde (z.

B.

durch Franz Werfels Verdi.

Roman einer Oper oder Thomas Manns Zauberberg , beide 1924). In Italien dagegen zeigte sich um diese Zeit ein Abrücken von Verdi, der den neuen Strömungen des Futurismus und des Neoklassizismus gleichermaßen verdächtig wurdeals Verkörperung einer veralteten bürgerlichen Kunst, die die echten Traditionen des italienischen melodramma verraten habe.

Im Gegensatz zu diesen avantgardistischen Strömungen versuchten die italienischen Faschisten dann, ihn für ihre Zwecke zu funktionalisieren; doch auch der italienische Widerstand bezog sich auf Verdi.

In derNachkriegszeit wurde er einerseits in die heftige Kritik an der angeblich musealen Kunstform Oper einbezogen; andererseits bekannten sich immer wieder großeKomponisten zum Vorbildcharakter seiner realistischen Musik, u.

a.

Dmitrij Schostakowitsch, Benjamin Britten, Hans Werner Henze oder Luciano Berio.

Sie gewannen oderpräzisierten ihren ästhetischen Standpunkt in der Auseinandersetzung mit Verdi und dachten zugleich sein Schaffen produktiv weiter.

Der Beliebtheit Verdis beim Publikumtaten die Auseinandersetzungen um ihn jedoch nie einen Abbruch: Seine Opern zählen bis heute zu den weltweit meistaufgeführten Werken. Verfasst von:Krämer, Jörg und Theilacker, JörgMicrosoft ® Encarta ® 2009. © 1993-2008 Microsoft Corporation.

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