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Pedro Calderón de la Barca: Das Leben (ist) ein Traum (Sprache & Litteratur).

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Pedro Calderón de la Barca: Das Leben (ist) ein Traum (Sprache & Litteratur). Calderón de la Barcas Versdrama Das Leben (ist) ein Traum ist eines der bekanntesten Beispiele für die so genannte Traumdichtung, die das Wechselspiel von Traum und Wirklichkeit thematisiert. In dem hier zitierten Monolog denkt der polnische Königssohn Sigismund, der von seinem Vater seit seiner Geburt in einem Turmverlies gefangen gehalten wird, über seine Begegnungen mit Rosaura nach. Die junge Frau hat zufällig sein Gefängnis erreicht und lässt ihn zweifeln, ob er einen Traum oder die Realität erlebt. Pedro Calderón de la Barca: Das Leben (ist) ein Traum Sigismund (für sich). Ist es Wahrheit, was ich träume, Himmel, nehmt mir das Gedächtnis! Haben doch in einem Träume Nicht so viele Dinge Raum. Hilf mir, Himmel, wer vermöchte Einen Weg herauszufinden Und an keines mehr zu denken? Wann war Leiden zweifelsvoller? Wenn ich jene Größe träumte, Die im Traume ich erschaute, Wie kann dann so klare Zeichen Diese Frau mir wiederholen? Wahrheit war es dann, nicht Traum; Und wenn es denn Wahrheit war (Was nur neue Wirrnis bringt, Nicht geringre), warum nennt sie Dann mein Leben einen Traum? Ist denn jede Erdenwonne Einem Traume so vergleichbar, Daß die Wirklichkeit Erdichtung Und Erdachtes Wahrheit scheint? Sind so wenig sie verschieden, Daß es fraglich scheint zu wissen, Ob das, was wir sehn, genießen, Lüge sein soll oder Wahrheit? Ist denn dem Original Die Kopie so gleich, so ähnlich, Daß wir zweifeln, was hier echt ist? Ist dem so, und sehen wir Zwischen Schatten aufgelöset Macht und Größe, Prunk und Würde - Nun, so brauchen wir die Frist, Die uns zugegeben wurde; Denn uns bleibt in Wahrheit das nur, Was in Träumen wir genießen. Mir gehört Rosauras Leben, Und da ihrer hohen Schönheit Meine Seele betend opfert, Wollen wir den Anlaß nützen Und die Fesseln liebend brechen Ihrer Würde, des Vertrauens, Das sie mir zu Füßen hertrieb. Traum ist dies; und wenn es so steht, Laßt uns Seligkeiten träumen, Die sich einst in Kummer wandeln. - Doch - mit meinen eignen Gründen Muß ich selbst mich überzeugen! Wenn dies Traum ist, eitle Freude, Wer mag dann für Erdenlust Himmelswonne leichthin opfern? Ist vergangnes Glück denn Traum nicht? Wem geschah ein kühner Glücksfall, Der nicht bei sich selber sagte, Wenn er ihn erinnernd wägte: ,,Ohne Zweifel war ein Traumbild, Was ich sah?" Wenn die Enttäuschung Mir bevorsteht, wenn die Freude Eine schöne Flamme ist, Die ein jeder Windeshauch Rasch in Asche wandeln kann, Laßt uns Ewiges erwägen, Und dann kann ein Ruhm uns dauern, Wo das Glück nicht schlafen geht Und die Größe nimmer ausruht. - Ihre Ehre mißt Rosaura; Mehr ist es der Fürsten Amt, Ehre geben, statt sie stehlen. Helfe Gott mir! Ihre Ehre Muß ich ihr erobern helfen, Eher als mir meine Krone. Fliehen wir Gelegenheiten, Die sehr stark sind! Calderón de la Barca: Das Leben ist ein Traum. Schauspiel in drei Akten. Nachdichtung und Nachwort von Eugen Gürster. Stuttgart 1955, S. 83f. Microsoft ® Encarta ® 2009. © 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten.

« Muß ich ihr erobern helfen,Eher als mir meine Krone.Fliehen wir Gelegenheiten,Die sehr stark sind! Calderón de la Barca: Das Leben ist ein Traum. Schauspiel in drei Akten. Nachdichtung und Nachwort von Eugen Gürster. Stuttgart 1955, S. 83f. Microsoft ® Encarta ® 2009. © 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. »

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