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Psychologie - biologie.

Publié le 08/06/2013

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Psychologie - biologie. 1 EINLEITUNG Carl Gustav Jung C. G. Jung (1875-1961) begründete mit seiner analytischen Psychologie eine selbständige tiefenpsychologische Richtung, die die Psychoanalyse von Sigmund Freud erweiterte. Jung ging vom so genannten kollektiven Unbewussten aus, das von Archetypen oder Urbildern geprägt ist. The Everett Collection, Inc. - biologie. Psychologie, die Wissenschaft vom seelischen Erleben und Verhalten des Menschen. Die Psychologie untersucht die Prozesse der Zielsetzung, Realitätsorientierung, Ausführungssteuerung und Ausführungskontrolle menschlichen Verhaltens, also die handlungsleitenden Grundsätze und Absichten, das handlungsleitende Wahrnehmen und Denken sowie die handlungsmotivierenden Bedürfnisse, Neigungen und Interessen. Die heutige Psychologie gliedert sich in eine Reihe von Richtungen und Fachgebieten, die nur noch teilweise über eine gemeinsame Sprache verfügen. Jedoch hat sich - ähnlich wie in anderen Natur- und Sozialwissenschaften - ein empirisch-quantitatives Vorgehen bei der Erforschung psychologischer Sachverhalte allgemein durchgesetzt. Zu den wichtigsten Gebieten zählen: die allgemeine Psychologie, Lernpsychologie, Gedächtnisforschung, Wahrnehmungs-, Kognitions-, Motivations-, Entwicklungs-, Sozial-, Völker- und Religionspsychologie sowie die Psychophysiologie, Persönlichkeitsforschung und differentielle Psychologie. Auf diesen theoretischen Grundlagenfächern bauen die so genannten Anwendungsfächer auf: klinische Psychologie, Arbeits-, Betriebs-, Berufs-, Organisations-, Werbe-, forensische und pädagogische Psychologie. Im engen Zusammenhang damit steht der in medizinische Zusammenhänge übergreifende Bereich der Psychosomatik. Mit dem Verhalten von Tieren befasst sich die von der Psychologie unabhängige Verhaltensforschung oder Ethologie. Siehe auch Tierpsychologie Zur Geschichte: Als ,,Lehre von der Seele" wurde die Psychologie von der frühen Antike bis in ins 19. Jahrhundert hinein als Teilgebiet der Philosophie verstanden. Von Aristoteles stammen erste Abhandlungen wie De anima (Über die Seele) und Parva naturalia (Naturphilosophische Schriften). Theophrast definierte in einer Sammlung 30 Charaktere, die eine erste Persönlichkeitstypologie darstellen. Der Begriff Psychologie wurde jedoch erst am Ende des Mittelalters von Philipp Melanchthon verwendet. Sein Kommentar über die Seele (1540, Neufassung 1552) bestimmte die Einordnung der Psychologie als Teilgebiet der zentralen Wissenschaften Philosophie und Theologie bis ins 18. Jahrhundert. Der englische Empirismus des 17. Jahrhunderts führte Fähigkeiten (Gedächtnis, Lernen) und Gefühle (Angst, Lust, Schmerz etc.) auf berechenbare Gesetzmäßigkeiten zurück. Die mathematisch-mechanistische Theorie eines Thomas Hobbes ließ keinen Platz für so genannte ,,Seelengespenster". Mit Gottfried Wilhelm Leibniz und seinen Nouveaux essais sur l'entendement humain (1704, Neue Abhandlungen über den menschlichen Verstand) wurde erstmals die Existenz eines Unterbewusstseins thematisiert. Als eigentlicher Vater der Psychologie gilt jedoch Johannes Nikolaus Tetens (1736-1807), der in seinem Werk Philosophische Versuche über die menschliche Natur und ihre Entwicklung (1777) die heute noch gültige Einteilung verschiedener psychologischer Prozesse vornahm sowie eine Lehre über deren Entwicklung, Grundlagen einer Affektlehre und Anfänge einer modernen Zeichentheorie schuf. Ab dem 19. Jahrhundert konnte sich die Psychologie als eigenständige wissenschaftliche Disziplin etablieren. Damit einher ging eine erstmalige Aufsplitterung in einen naturwissenschaftlich-mathematischen Weg, der den Wert des Experiments betonte und vor allem von Herbart, Fechner und Wundt beschritten wurde, und eine phänomenologische Schule, die mit Exponenten wie Dilthey, Brentano, Ebbinghaus, Klages und Jaspers an die philosophischen Traditionen einer ganzheitlichen Betrachtung anknüpfte. Als Abwehrreaktion auf die zergliedernde Sinnespsychologie (Wundt u. a.) entstand die Gestaltpsychologie, deren Begründer (u. a. Wertheimer und Köhler) den psychologischen Prozess als einheitliches Ganzes ansahen. Mit Pawlow in der Sowjetunion und Watson in den USA erlebte der experimentell ausgerichtete Behaviorismus in den fünfziger Jahren seine viel diskutierte Blüte. Diese ausschließlich auf - meist an Tieren erforschte - Reiz/Reaktions-Schemata aufbauende psychologische Richtung lehnte jegliche über messbare Verhaltensmuster hinausgehenden Denkansätze<...
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« In diesem Sinn verfügt jeder Mensch über ein mehr oder weniger großes Maß an psychologischem Handlungswissen. Dieses benötigt er sowohl zur Selbststeuerung als auchzum Verständnis der Handlungsweise seiner Mitmenschen und daher insbesondere auch zur sozialen Interaktion mit ihnen. Aber dieses Wissen bedarf sowohl auspraktischen als auch aus philosophischen Gründen der wissenschaftlichen Vertiefung. Aus praktischen Gründen u. a., um die Befähigung zu den einzelnen Funktionenquantitativ bestimmen zu können. So die Sehfähigkeit, die Hörfähigkeit und die Gedächtnisfunktionen sowie die intellektuellen Funktionen der Gewinnung und Anwendungvon Erfahrungswissen und der Problemlösung. Alle diese Kennwerte werden in Relation zu einer interindividuellen statistischen Norm bestimmt. Der Bearbeitung dieserAufgaben ist die differentielle Psychologie gewidmet. Aus philosophischen Gründen bedarf es der Vertiefung, weil die Art der Handlungspotenz und Handlungskompetenz in ihrer Ziel- und Wertorientierung ein Wesensmerkmal des Menschen ist. Letzteres ist auch von praktischer Bedeutung, so z. B. bei der Entscheidung der Frage dermenschlichen Schuld- und Verantwortungsfähigkeit. Die oben aufgeführten, zur Handlungssteuerung erforderlichen mentalen Prozesse haben durchweg eineLernvorgeschichte. Bereits die Sinnesanschauung, in der das Angeschaute im Bezugssystem von oben und unten, liegend, stehend oder schwebend wahrgenommen wird,hat, wie experimentell nachgewiesen wurde, eine Lernvorgeschichte im Zusammenhang mit der Koordination von Hinschauen und Hingreifen. Das Erkennen einesWerkzeuges beruht auf der Erfahrung seiner aktiven Anwendung. Auch unsere Bestrebungen, unsere Appetenzen und Aversionen haben eine Lernvorgeschichte, die,vielfach an primäre Bedürfnisse anknüpfend, durch spezifische Objekt-, Tätigkeits- und Befriedigungserfahrungen spezifiziert werden. Die intellektuelle Beherrschung vonHandlungs- und Tätigkeitsfeldern ist ebenfalls gelernt und das Gleiche gilt für die Fähigkeit zum Planen, Abwägen und Entscheiden. Demgemäß ergibt sich für diePsychologie die Aufgabe, die Verlaufsstruktur der Lernprozesse in den verschiedenen Bereichen bzw. die einschlägigen Lerngesetze zu erforschen. Dabei geht es gleichzeitigum das Zusammenwirken der verschiedenen mentalen Funktionen, so z. B. um die Abhängigkeit des Lernens von der Motivation, und umgekehrt die Abhängigkeit derMotivation von der verfügbaren Erfahrung, aufgrund derer die Chancen der gegebenen Situation (inklusive der einschlägigen Handlungskompetenz) abgeschätzt werden. 4 ALLGEMEINE PSYCHOLOGIE Das Zusammenwirken der psychischen Funktionen beim Lernen und bei der Tätigkeits- und Handlungssteuerung ist Gegenstand der allgemeinen Psychologie. Von besonderer philosophischer und auch lernpsychologischer Bedeutung ist in diesem Zusammenhang die Erforschung der Lernvorgeschichte unseres menschlichen Erkennensund damit speziell die Lernvorgeschichte der Erfahrungsbildung. Die Lösung dieser Aufgabe ist eng verbunden mit einer Strukturanalyse des Erkennens. So insbesonderemit der mathematischen Struktur von Erkenntnisprozessen, wie sie in der Formulierung physikalischer Erkenntnisse so deutlich hervortritt. Aber auch dievorwissenschaftliche Verallgemeinerung hat eine mathematische Struktur des logisch nicht zwingenden Schließens von einer Teilmenge von Einzelergebnissen auf ihreAllgemeingültigkeit. Es handelt sich dabei um die statistische Struktur der Repräsentativität und um die „mengentheoretische” Struktur von Klassen ähnlicher Ereignisse. 5 PSYCHOMETRIE Für die Lösung der einschlägigen Probleme ist es vielfach nötig, die psychischen Funktionen, z. B. die Sehschärfe, die Helligkeitswahrnehmung, dieSchallintensitätswahrnehmung oder die Motivstärke quantitativ zu bestimmen, d. h. zu „skalieren”. Diese psychometrische Skalierung ist analog zur physikalischen Messungsorgfältig untersucht worden als Gegenstand der Psychometrie. Während die Gesetze in der Physik im Allgemeinen als Differentialgleichungen für funktionale Zusammenhänge formuliert werden, werden die psychologischen Gesetzmäßigkeiten zumeist als korrelationsstatistische Beziehungen zwischen skalierten psychischenMessgrößen ausgedrückt. 6 PSYCHOPHYSIK Von besonderer Bedeutung sind die gesetzmäßigen Beziehungen zwischen der physikalischen Reizstärke und dem zugeordneten psychometrischen Wert dersinnesanschaulichen Gegebenheit (der Sinnesempfindung), so z. B. zwischen der Schallfrequenz und der Tonhöhe. Die gesetzmäßige Beziehung kann in vielen Fällendargestellt werden durch eine psycho-physikalische Zuordnungsvorschrift in Form einer mathematischen Funktionsgleichung. Das entsprechende Forschungsgebiet wird alsPsychophysik bezeichnet. Diese gliedert sich in die Teilbereiche der peripheren und der zentralen Psychophysik. Die periphere Psychophysik untersucht die Beziehung zwischen sinnesphysiologischem Reizkennwert und psychometrischem Empfindungskennwert. Die zentrale Psychophysik erforscht die psychophysische Zuordnung mentalerKennwerte zu den korrespondierenden Kennwerten hirnphysiologischer Prozesse. Dabei wird in Anbetracht der Komplexität der hirnphysiologischen wie der mentalenProzesse von einer gewissen, noch näher zu erforschenden Strukturäquivalenz ausgegangen, etwa in dem Sinn, dass eine bestimmte Erkenntnis (z. B. über dieVorzugswürdigkeit eines bestimmten Schachzuges und ihrer Gründe) strukturäquivalent im zentralen Nervensystem durch nervale Erregungsmuster codiert ist. Diebetreffenden mentalen Strukturanalysen sind dann auch die Grundlage für die technische Verhaltenssimulation, so z. B. für die automatische Kurssteuerung einesFlugzeuges oder für die Programmierung eines Schachcomputers. 7 DAS ASSOZIATIONSGESETZ Die Lernvorgeschichte des menschlichen Erkennens ist unter dem Blickpunkt der Lerngesetzlichkeit zuerst von dem britischen Philosophen David Hume untersucht worden.Hume glaubte, die Erfahrungsorganisation des menschlichen Wissens zurückführen zu können auf die gewohnheitsmäßige Verknüpfung von Bewusstseinsinhalten(impressions: Sinnesanschauungen, ideas: Vorstellungen), die regelmäßig in zeitlicher oder räumlicher Berührung zusammenhängend auftreten. Er bezeichnete dieses Gesetz als Assoziationsgesetz und konnte sich dabei auf den Abruf von Gedächtnisinhalten aufgrund von Ähnlichkeiten, zeitlichen und räumlichen Berührungen undursächlichen Zusammenhängen berufen. 8 DIE ERKENNTNISSTRUKTURLEHRE Jean PiagetDer Schweizer Psychologe Jean Piaget wurde durch seine Studien zur geistigen Entwicklung von Kindern bekannt.THE BETTMANN ARCHIVE Immanuel Kant widersprach Hume und machte geltend, dass die Struktur der Erfahrungswelt, d. h. sowohl die topographisch-räumliche als auch die dynamisch-kausaleStruktur nicht durch Assoziationen von Bewusstseinsinhalten erkannt werden kann (so z. B. die Struktur des rotierenden Fixsternhimmels mit der Drehachse zwischen denbeiden Himmelspolen, dem zugeordneten Himmelsäquator und den zeitlich konstanten Ortskoordinaten von Rektaszension und Deklination [Länge und Breite] jedesFixsternes auf der gedachten Himmelskugel). Während die experimentelle Psychologie in Deutschland als Gedächtnis- und Lernpsychologie auf David Hume oder auf dem von Hume erkannten Assoziationsprinzipaufbaute, und dieses Prinzip in Amerika in veränderter Form als Assoziation von Reiz und Reaktion (Behaviorismus) übernommen worden ist, wurde die von Kant betontemathematische Strukturierung der Erfahrungserkenntis von dem Schweizer Psychologen Jean Piaget entwicklungs- und lernpsychologisch untersucht. Von Piaget wird dieses »

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